Der Stichtag ist die riskanteste Stunde eines ERP-Projekts. Wer ihn in Etappen zerlegt, hat an jedem Punkt einen Weg zurück.

Ein Big-Bang-Cutover verlangt, dass Stammdaten, offene Vorgänge, Schnittstellen und Anwender gleichzeitig bereit sind. Fällt eines davon aus, fällt der ganze Termin, und der nächste liegt oft Wochen später.
In Etappen umzustellen heißt: ein klar abgegrenzter Bereich geht produktiv, läuft zwei Wochen im Echtbetrieb, und erst danach folgt der nächste. Jede Etappe ist für sich prüfbar, und ein Rückfall betrifft nie den ganzen Betrieb.
Der erste Bereich sollte zwei Eigenschaften haben: er tut heute weh, und er hängt an möglichst wenigen anderen. Der Einkauf ist oft ein guter Start, die Buchhaltung selten, weil an ihr alles andere hängt.
Was zuerst geht, entscheidet sich an deinen Abläufen, nicht an einer allgemeinen Empfehlung. Genau dafür gibt es den Setup-Check.
Zwei Systeme gleichzeitig zu pflegen ist teuer und fehleranfällig, deshalb sollte die Phase kurz und klar begrenzt sein. Sinnvoll ist sie dort, wo ein Bereich noch Zahlen aus dem Altsystem braucht, etwa offene Posten während eines Monatswechsels.
Wichtig ist, vorher festzulegen, welches System in dieser Zeit führt. Ohne diese Festlegung entstehen zwei Wahrheiten, und die Aufräumarbeit danach ist teurer als der Umstieg selbst.
Vor jeder Etappe steht die Frage, wie der Zustand von gestern wiederherzustellen wäre: welcher Datenstand, wer entscheidet, wie lange das dauert. In den meisten Projekten wird der Plan nie gezogen. Er verändert trotzdem, wie ruhig der Umstieg abläuft.
Unklar, welcher Bereich bei dir zuerst kann? Der Setup-Check ordnet die Reihenfolge an einem echten Ablauf.
Setup-Check